Gegenwärtiges Erinnern

In Buchenwald bei Weimar ist heute kein KZ mehr zu besichtigen, sondern eine "historisch überformte Gedenkstätte" (SVV, S. 52). Ziel der Gedenkstättenarbeit ist es, "[...] die Gedenkstätten als Orte der Trauer und der Erinnerung an die dort begangenen Verbrechen zu bewahren, wissenschaftlich begründet zu gestalten und sie in geeigneter Weise der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, sowie die Erforschung und Vermittlung damit verbundener historischer Vorgänge zu fördern." (SVV, S. 71) In diesem Sinne wird der Besuch der Gedenkstätte Buchenwald, der im Rahmen des Weimarprojektes stattfindet, aufgefasst.

Unser Eingangsbild zeigt eine weniger bekannte Seite der Gedenkstätte Buchenwald: eines der vielen Mahnmale auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers. Verschiedene Gedenkplatten und Gedenksteine laden ein zum Erinnern an die unzähligen Menschen, die in Buchenwald ihr Leben lassen mussten. Das im Eingangsbild dargestellte Jüdische Mahnmal (auf der Grundfläche des jüdischen Blocks 22), ein trichterförmiges Steinfeld, lässt vielfältige Assoziationen zu und fordert zum Nachdenken und Trauern auf. Die Steine stammen aus dem zum Lager gehörenden Kalksteinbruch.

Wenn man das Eingangstor in das ehemalige Lager durchschritten hat, sieht man linkerhand niedergelegte Kränze auf einer Gedenkplatte für alle Häftlinge des Konzentrationslagers. In die Gedenkplatte, die immer auf Körpertemperatur gehalten wird, sind die Nationalitäten eingraviert, die vom Terror des Nationalsozialismus im Lager betroffen waren:

 

Auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald finden sich neben der Gedenkplatte für alle Häftlinge des Lagers und dem Jüdischen Mahnmal auch das Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma und ein Gedenkstein für die bulgarischen Opfer.