Das Projekt "Weimar und Buchenwald" am SMG

Die Fachschaft Deutsch des SMG bietet seit vielen Jahren das Projekt "Weimar und Buchenwald - Zur Ambivalenz des menschlichen Sozialverhaltens" in Zusammenarbeit mit der Fridtjof-Nansen Akademie in Ingelheim an. Dieses Projekt ist mit einer mehrtägigen Fahrt nach Weimar verbunden, die einen eintägigen Besuch der Gedenkstätte Buchenwald beinhaltet. Im Vorfeld des Besuches der Gedenkstätte wird "Weimar im Nationalsozialismus" thematisiert, in der Regel im Rahmen von alternativen Stadtführungen, in denen die Schülerinnen und Schüler einander Bauwerke der Stadt, darunter einige des Nationalsozialismus, erläutern und sich dabei gegenseitig geschichtliche und ideologische Hintergründe erklären. Im Rahmen der Weimarfahrt 2005 standen das ehemalige Gauforum und der Marstall im Zentrum des Interesses. Auch das Neue Museum ist mit diesem Thema verknüpft, da in ihm einst die Ausstellung "Entartete Kunst" gezeigt wurde.

Einen weiteren Schwerpunkt des Seminars bilden das bürgerliche Leben im 18. Jahrhundert und die Gedanken der Aufklärung und des Humanismus, wie sie von Schiller und Goethe vertreten wurden. Im Wittumspalais, dem Witwensitz der Herzogin Anna Amalia, kann man anschaulich erfahren, wie sich das bürgerliche Leben im 18. Jahrhundert vollzog. Das Goethewohnhaus am Frauenplan zeigt die Vielseitigkeit Goethes in unvergesslicher Art und Weise: den Sammler, den Naturwissenschaftler, den Literaten. Sein Interesse an der Farbenlehre wird im Haus am Frauenplan durch die in verschiedenen Farben gehaltenen Räume sichtbar. Die vielen Kopien römischer und griechischer Plastiken zeigen die große Begeisterung der Weimarer Klassiker für die Antike. Im Schillerhaus fasziniert das berühmte Arbeitszimmer des Dichters. Die Geschichte des Hauses gibt Einblicke in Schillers nicht immer einfache finanzielle Lage und Lebenssituation.

Das Seminar "Weimar und Buchenwald" lebt vom Kontrast zwischen der Erfahrung des klassischen Weimar mit seinen Ideen der Aufklärung und des Humanismus im 18. Jahrhundert und der Praxis nationalsozialistischer Barbarei im 20. Jahrhundert, wie sie durch Buchenwald sichtbar wird. Es stellt eindringlich die Frage, wie der Terror des Nationalsozialismus möglich werden konnte. Es regt dazu an, sich mit Geschichte auseinanderzusetzen.