Fü[h]reinander (IV): Das Gauforum

 
 

"Aber Bauten der Vergangenheit können auch schwierige, sperrige Hinterlassenschaften sein. Insbesondere dann, wenn sie als steinerne Erblast aus dunkler Zeit wie ein Fremdkörper in der Stadtlandschaft stehen, wenn wir zu ihnen [...] nur ein ein zwiespältiges Verhältnis haben können. Das "Gauforum" ist lästig, das "Gauforum" ist unbequem, weil es wie eine offene Wunde, die nie verheilt, an eine Phase deutscher Geschichte erinnert."

(Dr. Berhard Vogel)

 

Das Gauforum entstand von 1936 bis 1945 inmitten von Weimar und ist das einzige beinahe fertig gebaute "Gauforum" in Deutschland. "Mit diesem Ensemble aus drei großen Verwaltungs- und Repräsentationsbauten für die Gauleitung Thüringen, einzelne Gliederungen der NSDAP, die "Deutsche Arbeitsfront", einem von diesen Gebäuden umgebenen Aufmarschplatz und einer Versammlungshalle ("Halle der Volksgemein-schaft") schufen sich die örtlichen NS-Eliten eine neues Machtzentrum in Thüringen, das kurz nach der "Machtergreifung" 1933 den offiziellen Ehrentitel "Trutzgau Thüringen" tragen durfte. Im Zusammenspiel mit Berliner Behörden, vor allem aber mit dem "Führer und Reichskanzler" Hitler selbst, baute der aus Süddeutschland kommende Architekt Hermann Giesler in Weimar einen Prototyp für alle deutschen Gauforen, die in anderen Städten jedoch über die Planungsphase und erstere kleinere Arbeiten nie hinausgekommen sind." (Gauforum, S.9)